„Mushin” ist japanisch und heißt „unschuldig” oder „frei von störenden Gedanken”
bzw. wörtlich auf deutsch „leerer Geist”.
Bei Pflanzen und Gegenständen wird „mushin” im Sinne von „geistlos” bzw. „ohne Geist” verwendet,
d.h. „Shin” ist der Unterschied zwischen dem Menschen und anderen Lebewesen.
Durch langes und beständiges Üben wird beispielsweise der Umgang mit dem Menschen in der Kampfkunst (japanisch „Budo”) oder in der Medizin verinnerlicht. Daraus entsteht „Mushin” - ein müheloses und perfekt ausgeglichenes Handeln ohne Nachdenken und trotzdem mit vollem geistigen Dabeisein. Mushin kann aber auch in allen anderen Künsten und Disziplinen verwirklicht werden.
In vielen Anleitungen zu fernöstlichen Methoden findet man deshalb z.B. die Anweisung, „Leere Deinen Geist!”, bevor mit einer Tätigkeit begonnen werden soll:
Toda Shinzaburo Masahide (Togakure Ryu):Masaaki Hatsumi: The Way Of The Ninja, 2004
„Man sollte weder stark noch schwach, weder weich noch hart sein.
Laß solche Gedanken hinter dir, erwache zur Leere und mache deinen Körper nichtig, um dich daran zu halten.”
„Mushin” gehört zur vierten, intuitiven Ebene der Godai - der großen fünf Ebenen:
„Die vierte Dimension ist die Welt der Leere -Mu- eine Welt heimgesucht vom Tod, eine Welt allein des Geistes.”Masaaki Hatsumi: The Way Of The Ninja, 2004
Hier ein Zitat zu dem Thema aus der Akupunktur:
„Ihr müßt den rechten Moment abwarten können und dann, ohne zu zögern, aber mit großer Klarheit, die Nadel einstechen.”Neijing Suwen, 27. Kap., ca. 2. oder 1. Jahrhundert v.Chr.
„Es ist in Ordnung, wenn du nicht verstehst...Masaaki Hatsumi: Understand? Good. Play! 2001
Es versteht auch niemand, was Gott ist. Das ist in Ordnung...
Deswegen habe ich das Schriftzeichen für Gott (jin) im Namen Bujinkan gewählt.”
Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe;(1.Mose 1,2)
und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.